++ Semiotik u. Medialität der »Isotype«-‘Sprache‘

Dieser Text* versteht sich als Beitrag bzw. Kommentar zu Otto Neuraths wissenschafts-philosophischer Biografie; präsentiert als These, die eine bemerkenswerte Differenz von Neuraths wissenschaftssprachlichem Beitrag und abweichender Begriffsverwendung zeigt. Kern der Überlegungen ist der Term “Sprache“ und die Sprachverwendung in unterschiedlichen Kontexten; konkretisiert am »ISOTYPE«–Konzept.

(*) überarbeite Fassung des Vortrags am Otto-Neurath-workshop (Wien, 5.11.’13)

Argumentationslinie:
Einleitung
A) Der Zeichen- bzw. Sprachcharakter v. Isotype
B.1) Präzisierung des Sprachbegriffs
B.2) Wissenschaftssprache
C) “Transformations”-systematik v. Isptype
D) Resumee

Zu: Kurzfassung – Abstract – Sommation: ( Isotype-Sprache )

Zwei Vorbemerkungen als Einleitung

V.1: Zu Wort und Term Sprache.

Es ist schon fatal: Das Wort Sprache ist längst zum ‘pass-partout‘ für alle möglichen Formen und Arten der sog. „Kommunikation“ verkommen; laufend werden unterschiedliche Verwendungsweisen präsentiert –von der ‘Sprache‘ „der Liebe, der Seele, des Tanzes, der Bilder (als: ‘Sprache‘ v. Bildern/ „Geschichte, die ein Bild ‘erzählt‘“) und der Architektur(*1) etc.(*2). D.h., „Sprache“ ist da immer paraphrasierend mit (Zeichen–) Verstehen gemeint, eben auch beschreibbar.

Entgegen dieser (‘begriffs’losen) Weise, jedes beliebige kulturelle oder auch ‘technisch‘ und ‘künstlich‘ geschaffene Zeichensystem derart zu ‘etikettieren‘, steht doch das entscheidende Merkmal der ‘natürlichen‘ Sprachen(*3) bzw. anderer sozio-kultureller Semiotiken: Die ‘produktive‘ Sprach-‘Arbeit‘ des Kollektivs in der Verständigung der Sprechenden, wo immer interaktiv die Sprache ‘geprüft‘ wird, den Bedürfnissen entsprechend adaptiert: Indem “Sprache“ das kulturelle Symbolsystem (‘setting‘) ist, ist sprachliches Handeln  ein Prozess der kontinuierlichen Re- und De-‘Konstruktion‘(*4) (*4a).

Zu den bibliografischen Angaben:

Jahreszahlen ohne Namen verweisen auf Neuraths Texte in: „Gesammelten Schriften 1-5. Wien, 1981, 1991, 1998

*1) “Sprache …ein Darstellungsmittel…, eine Form der Mitteilung einer Idee…“ (Hauser:1998;18) –als Term, jedoch, falsch ‘gewählt‘:In der Ästhetik wird die Materialisierung einer Vorstellung “Artefakt“ bezeichnet.

*2) die neueste(?): unlängst hat ein Marketingmann sogar von der „internationalen Sprache der Werbung“ gesprochen; Indiz weltweiter, allgemeiner Warenwelt.

*3) in ihren Varianten und gegenüber den Kalkülsprachen; s.d. nächsten Abschnitt. Und, v. allem, eben nicht ‘naturgemäß‘ –auch wenn in der Theoriegeschichte, gerade der indogermanisch/ indoeuropäischen Sprach’familien’forschung immer wieder über natürliche Sinnbilder („Baum“-Vergleich) darstellend charakterisiert werden. Als quasi ‘Naturgegebenheit‘ werden die bewussten sprachlichen Handlungen für bedeutende Vermittlung ausgeblendet.

*4) „So werden durch die grammatikalischen Formen bestimmte »Typen« von Beziehungen festgelegt, die dem, der die Sprache als etwas von vornherein Gegebenes hinnimmt, wie etwas Ursprüngliches, Notwendiges, womöglich etwas vor aller Erfahrung Vorhandenes erscheinen.… Es handelt sich nur um eine Beschreibung konkreter, beobachtbarer Tatbestände, nämlich der Spracherlebnisse, und was wir »Regel« nennen, ist nur die kurz zusammenfassende Beschreibung einer Gruppe von Einzeltatsachen. Der Gegenstand, den es zu erfassen gilt (…), ist die Gesamtheit der Verabredungen, die unter den eine Sprache Sprechenden hinsichtlich der Zuordnungen zwischen Worten und Erlebnisinhalten bestehen.“ (Mises,1939;103ff)

*4a) Eric Wolf: culturel sets…and continuously in construction, deconstruction and reconstruction… (in: Pathways of Power, 2001)

V.2: Die Sprachverwendung von v i s u e l l

Bei Otto Neurath (wie auch bei Marie Neurath-Reidemeister) durchwegs „visuell“ statt evtl. „bildlich-ikonisch“, „piktografisch“ oder ähnlich; v i s u e l l, jedoch denotativ, bezeichnet mit dem Gesichts-Sinn wahrnehmbar, derart neuronal, mental,… wieder-erkenn– und damit verstehbar ist ja auch die (Sprach-) Verschriftlichung.

Diese, zwar ‘anekdotischen‘, Beispiele bringen ein vorläufiges, als “Chiasmus“ zusammenhängendes, analytisches Ergebnis:

Erstens, die Feststellung der Divergenz  was wird wie bezeichnet/ benannt (wie wird worübergesprochen‘/ eine Aussage gemacht? –Terminologie-Frage / Semantik-Relation (*5))

Zweitens, was wird (aus-) gesagt und wie ist das Gesagte gemeint ? (Pragmatik-Relation (*5) – die Bedeutung-Sinn-Frage).

*5) nach der Morris’schen Semiose; s.d. unten

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Die These:

»Isotype« ist als ein ‘Brennpunkt‘ des wissenschaftlichen wie politischen Denkens Neuraths zu sehen(*5.1):

Hier fokussieren sich seine Beiträge zur wissenschaftlichen Sprachdebatte im Wiener Kreis zu seinen allgemeinen wie besonderen Aufklärungsintentionen (wie nicht zuletzt im »Gesellschafts- u. Wirtschaftsmuseum« / GeWiMu praktiziert) und seine profunde sozialwissenschaftliche Kenntnis (Sozial-, Wirtschafts- u. Wissenschaftsgeschichte, Tradition philosophischen Denkens); später auch der Semiologie von Charles Morris.

s.d.: Grafik Isptype Kontexte ( Isotype-Sprache )

Erkennbar wird der Zusammenhang an einer Kurzcharakteristik von Isotype: Als ein spezielles, sprach-ähnliches, „visuelles“ Symbolsystem; entwickelt für besondere Verwendungen („Bildstatistik“, „Typographic education“, „Neues Museum“); und derart als ein bisher unkonventionelles Vermittlungsmedium (*6)

*5.1) S. d. die detailreiche Biografie: Sandner 2014.

*6) „Zeitalter des Auges“: „Man hat oft die Wiener Methode der bildhaften Pädagogik mit den Methoden der modernen Bildreklame verglichen. Der Vergleich hat seine Grenzen. …“ (1933; 283)

Die Analyse-‘Felder’(*7):

A) Die Zeichen- bzw. Sprach-Charakteristik von Isotype

(insbes. zu Neuraths eigener Begriffs-Pragmatik wie auch den Ansprüchen u. Zielen der „typographic education“)

B) Die Wissenschaftssprachdebatte im Wiener Kreis („Protokoll-Satz“-Debatte).

C) Die Transformations-Systematik von Isotype

*7) kommentierend dargestellt und kritisch resumierend,soweit es dabei primär Semiologie und wissenschaftliche Sprachtheorie betrifft; derart Neurath reflexiv-kritisch angewendet.

Aus einer differenzierenden semiotisch–sprachtheoretischen Analyse sind  Ambiguitäten auffallend, die als Ausdruck kontinuierlicher Theoriearbeit (v. allem im Wiener Kreis) und praktischer Umsetzungen des Konzepts (hpts. im Rahmen des »GeWiMu«) zu verstehen sind.

Wie relevant Neurath die Möglichkeiten von Isotype als Medium der wissenschaftlichen wie ‘popularisierenden‘ Verständigung gesehen hat, wird am Projekt der »IEUS« (International Encyclopedia of Unified Science) erkennbar: Zu den insgesamt geplanten 26 Bänden (mit je 10 Text-Monografien) wollte er noch 10 Ergänzungsbände eines „Visuellen Lexikons“ publizieren (*8)

*8) mehr dazu auf International Encyclopedia… IEUS

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A) Der Zeichen- bzw. Sprach-Charakter von Isotype
Die ‘Erfindung‘ der ikonischen „Bildzeichen“ / „Bildsprachen“-Piktogramme wird ja Neurath zugeschrieben (was ja nur eingeschränkt gilt(*9) und werden die sog. „sprechenden (Bild-) Zeichen“ (1933) derart rezipiert und tradiert (*10). Wir wissen aber, dass die Piktogramme selbst bloß bildliche ‘Elementarzeichen‘(*11) für das Medium der „Bildtafeln“ sind: „Signaturen“(*12) eines entwickelten sprach-ähnlichen Code-Systems; „Standardzeichen“ (*13) „eine(r) Art internationale(r) Sachschrift“ (1933)

*9) bekanntlich v.allem Gerd Arntz, aus der hochpolitischen kunstlerischen ‘Gruppe‘ der
“Kölner Progressiven“ kommend, als innovativer Gestalter anzusehen ist (s.d: Arntz, 1988)
*10) so u.a. vor kurzem die Ausstellung in Wien »Zeit(lose) Zeichen«
*11) damit die „Elementarbegriffe“ der Wissenschaftssprache imitierend (s.d. unten)
*12) so in: 1926a;68; und 1933
*13) Arntz 1988

Über die bloße ‘Hinweis‘-Funktionalität(*14) (der uns ständig ‚‘ins Auge springenden‘ „Bildsymbole“(*15)) ist aus dem semiologisch-semiotischen Paradigma verstanden, das “System“ bedeutungsvoller, weil Erkenntnis stiftend, anzusehen: Einmal, weil Neurath mehrfach den ‘sprachlichen‘ Charakter dieses Zeichensystems betont; zweitens, dabei für die ‘praktischen‘ Realisierungen (als „Sachbilder“ bzw. „Bildtafeln“) die „Transformation“ relevant ist; jene Phase des gesamten Prozesses, die als semiotische bzw. mediale Übersetzung zu verstehen ist(*16). Drittens, schließlich, im Kontext der wissenschaftlichen Sprachdebatte.
Für Neurath, nämlich, ist die Transformation der zentrale Aspekt der Vermittlung, den er ausführlich beschreibt und über deren laufende Schwierigkeiten und Überlegungen als ‘Bild-Erziehung’ / „typographic education“ („bildhafte Pädagogik“, „visuelle Erziehung“(*17) später Arntz, Marie Neurath-R. wie auch Kinross schreiben(*18).

*14) „Zeigefeld“ bzw. „Zeigesymbol“ bei Bühler 1934
*15) Kókai 2004
*16) s.d.: Eco 2006: „intersemiotische Übersetzung“ bzw. Smudits’ „Mediamorphose“
*17) 1926c u. 1930/‘31c
*18) R.Kinross/ M.Neurath 2009

Die Umbenennung der ursprünglich genannten Wiener Methode der Bildstatistik –den uns bekannten Einzeltafeln wie systematischen Gruppierungen zu Ausstellungen– zu ISOTYPE ist mehr als der Ausdruck einer methodischen Erweiterung: Neurath hat ja selbst mehrfach auf das Ziel und die Möglichkeit hingewiesen, Isotype als „international verständliche Sprache“ für gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, eine quasi ‘visuelle‘ lingua franca; genauer gesagt: eine “piktografische“ ‘Verschriftlichung‘ („statistische Hieroglyphen,…“(*19). Und, so zeigen seine Bemerkungen zum Projekt der IEUS/ Intern. Encyclopedia of Unified Science zeigen(*20), steht Isotype in einem ‘speziellen‘ Konnex zur wissenschafts-sprachlichen Debatte im Wiener Kreis: Die Arbeit v. Charles Morris(*21) zur Semiologie, ist als zweite Monografie und erster Theorietext des 1. Bandes erschienen ist(*22); publiziert werden diese Grundlagen der Zeichentheorie(*23) zugleich mit Neuraths doch programmatischem Text zur Encyclopedia(*24), was auch als Initiative für ein wissenschaftstheoretisch-semiologisches ‘Paradigma‘ des “linguistic turn“ verstanden werden kann.

*19) in: 1926c u. 1930/31c
*20) s.d. oben
*21) der ja auch einer der Haupteditoren des Gesamtprojekts war.
*22) Morris: Foundations …; 1938; V.1.2
*23) Morris 1972
*24) Unified Science as Encyclopedic Integration; 1938b

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B.1)  Zur Präzisierung des Sprachbegriffs (nach der semiosologischen Fundierung v. Charles Morris)

Wenn, wie anfangs angesprochen, fast oder gar ‘alle‘ semiotischen Systeme zu Sprachen werden, gibt es ‘letzlich‘ –nach Feyerabend– keine „Nicht-Sprache“(**1).

Entscheidend ist doch, wie meta-sprachlich über “Sprache“ Aussagen getroffen werden –in der Linguistik als (wissenschaftlich re-konstruiertes) „System“(**2)–,faktisch, eben sprachlich, ‘gehandelt‘ wird: Als ‘kommunikative‘ Akte der Verständigung, indem –gemeinsam– Be-Deutungen ‘hergestellt‘ bzw. auch die Formalismen („Regeln“) Sprach-„arbeitend“ ‘über’prüft werden(**3); Sprache so das symbolische Medium dafür gesprochen, verschriftet od. sonst codiert; alltäglich, wissenschaftlich (-deskriptiv/ -normativ/ -interpretativ), selbst bei Gebärdensprache,  und auch in literarischen Variationen(**4). Und, endlich, bleibt Sprache ohne Verwendung nur ‘leeres‘ „System“.

**1) Feyerabend 1951

**2) und derart mit dem systematisch bedingten Induktionsproblem konfrontiert.

**3) Wie zB bei der „Körpersprache“, deren Erkennungsmerkmale nach der Intention ‘richtig‘ od. ‘falsch‘ gedeutet werden können. Zu denken ist da auch an die „Sprache der Seele“ (Lüscher 2012), wo in der therapeutischen Analyse die Deutungen gemeinsam ‘be-arbeitet‘(!) werden; eben Sprach-„Arbeit“ geleistet wird. (bei Lacan: “Signifizierung“).

**4) Sprachsemiotisch ‘gelesen‘ besteht zwischen Zeichen und Bezeichnetem grundsätzliche ‘Differenz‘, der ‘objektiven‘ Diskrepanz wegen; daher Potenzial der sprachlichen Zeichen für literarische Genres.

Exkurs: Die “Bedeutungsrelationen“ (Morris; 1937/‘81)

„Es wird ein zu großes Geheimnis aus der Analyse oder Klärung der Bedeutung gemacht: Die Bedeutung eines Terminus ist dann vollständig spezifiziert, wenn bekannt ist, welche Objekte der terminus designiert, welche Erwartungen er er bei den Personen hervorruft, für die er eine Bedeutung besitzt, und wie seine Beziehungen zu anderen Termini der Sprache beschaffen sind, zu der er gehört. Die Bestimmung des ersten Aspekts führt zur empirischen Bedeutungsdimension, die Bestimmung des zweiten zur pragmatischen Bedeutungsdimension und die Bestimmung des dritten zur formalen Bedeutungsdimension. Es darf in diesem Zusammenhang nicht übersehen werden, dass die Bestimmung aller dieser Dimensionen ein empirischer Prozess ist: Die Tatsache, dass die formale Bedeutungsdimension keine empirische Dimension ist, widerspricht nicht der Tatsache, dass die Bestimmung der formalen Bedeutung ein empirischer Prozess ist. Die logische Analyse ist ebenfalls eine Art der empirischen Analyse, nämlich die Bestimmung desjenigen, wozu wir im Bereich der Symbole verpflichtet sind, wenn wir eine gewisse Gewohnheit im Umgang mit Symbolen zulassen, d.h., wenn wir gewissen syntaktischen Regeln folgen.“ …( Morris 1937; in: ‘81;261)

„Zumindest auf den komplizierteren Ebenen können Zeichen haltbar auf drei Arten von Relationen betrachtet werden: Zu Objekten, zu Personen und zu anderen Zeichen. Daher korreliert ‘Haus‘ mit – und ist unter bestimmten Bedingungen funktionell ersetzbar für – bestimmte physische Objekte; in bestimmter Weise verwendet ruft es Reaktionen in psychischem, biologischem und sozialem Sinn hevor (und erfüllt bestimmte Funktionen); es trägt bestimmte Relationen mit anderen Symbolen der Sprache, von denen es ein Teil ist, derart, dass bestimmte Kombinationen dieser Symbole dafür in der Rede substituierbar sind.

Klar ist, dass sich Naturwissenschaftler und die traditionellen Empiristen mit den ersten Relationenmengen befasst waren; Pragmatiker, Konventionalisten, Psychopathologen, Biologen und Sozialwissenschaftler mit der zweiten; und Linguisten, Mathematiker und Logiker mit der dritten. Die dominanten Mitglieder der Gruppen dachten selbstverständlich, dass sie ‘die‘ Zeichenbedeutung  behandelten. Im Gegensatz zu dieser Tendenz, die zu einer zu einfachen Verwendung von ‘bedeutungsvoll‘ und ‘bedeutungslos‘ führt, wird hier vorgeschlagen, jede dieser drei Relationenmengen als eine Bedeutungsdimension zu definieren:

M(E) als „existenzielle Dimension der Bedeutung“,  kurz „existenzielle Bedeutung“ zu lesen;

die psychologischen, biologischen und soziologischen Aspekte des Signifikationsprozesses mit M(P) („pragmatische Bedeutung“) bezeichnet;

und die syntaktischen Relationen zu den anderen innersprachlichen Symbolen werden mit M(F) („formale Bedeutung“) symbolisiert. Die Bedeutung eines Zeichens ist somit die Summe der Bedeutungsdimensionen: M=M(E)+M(P)+M(F)

Betont werden muss dabei, dass diese drei Bedeutungsdimensionen derart zueinander in Beziehung stehen, dass die Bedeutungssituation eine zusammenhängende Ganzheit formt. So kann die Bedeutungssituation entweder vom Objekt-, dem Formal- oder dem Anwendungspol spezifiziert werden; und alle dieser drei Angaben erweisen sich bei der Analyse als äquivalent.… (ebd.; 64f)

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B.1.1)        Formalsprache (“Kalkül- / Logiksprache“)

Eine logisch-grammatisch fundierte Formalsprache wird ( definitorisch nach der Modelltheorie) konstituiert über

Grundzeichen (semantisch intensional Bedeutung tragend),

Formationsregeln (Verkettungsregeln) für die Bildung von Zeichenkombinationen (Zeichenketten, strings),

und Regeln zur ‘Konstruktion‘ komplexer Zeichenketten, den Ableitungs- bzw. Transformationsregeln, für aussagefähige ‘Sätze‘(**5)

Nach solcher logo-semiotischer Kalkülisierung hat Isotype tatsächlich eine formalsprachliche Charakteristik; und dieser formalen Sprachtheorie adäquat bezeichnet Neurath die Konstituenten des piktogrammatischen Zeichensystems –der „standardisierten“ Bildersprache (**6) – mit der Bildgrammatik aus:

Basiszeichen (“visuelle Bausteine“ (in: 1944) bzw. „Signaturen“ (**7))

mit möglichen Verknüpfungen, den („Symbolverbindungen; in: 1937b) –entsprechend den Formationsregeln– eben dem ‘Wörterbuch‘ “Zeichenlexikon“ : dem piktografischen bzw. Isotype-Thesaurus (in: 1942).

Und ‘Regeln‘ für die „Transformation(en)“ zur ‘Herstellung‘ der „anschaulichen“ Aussagen als „visuelle Argumente“ (**8).

**5) derart die wff Satzsyntax als Metasprache formiert.

**6) u.a.in: 1933, 1945; s.d.a.: Kokai 2004

**7) s.vorne: *12); auch: Arntz: *13)

**8) damit, wissenschafts-sprachlich kalküllogisch ‘korrekt‘, die Metasprache f. Isotype.Diese ‘Regeln‘ sind, allerdings, nur Teil der „Grundsätze“ der „Zeichenverwendung“ (1926a) „bildersprachlicher“ (1933, 1945/’73, auch: Kokai 2004) Darstellungen (Hieroglyphen-ähnlich; 1926c, 1946). Diese Zeichenpragmatik bedarf d. „Konvention“ (1945/‘73) wie beispielhaft in d. geometrischen „Symbolsprache“ d. Architektur bzw. Kartografie vorgeführt (so in: 1926a, 1930, 1937); gerade auch, um –adäquat d. wissenschaftlichen „Einheitssprache“– zu einer „Einheit(lichkeit) d. Bildersprache“ (1936b; „internationale Symbolsprache; 1937b;404) zu kommen; mit ‘Ordnungsprinzipien‘, die den iso-’typischen‘ „visuellen Stil“ (1926a, 1930, 1933) bilden.

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B.2)           Wissenschaftssprache – Moment der Wissenschaftlichkeit

Hauptintention und zugleich ‘Zielpunkt‘ der „antimetaphysischen Kritik“ im Wiener Kreis(**9) ist die Idee der vereinheitlichenden „Wissenschaftssprache“(**10). Und demnach zieht sich durch die gesamte ‘Philosophie-Debatte‘ die des Sprachproblems(**11); und deswegen ja auch (später) als das »linguistic turn«-Paradigma bekannt geworden (**12).

**9) Rorty: „…to transform philosophy into a science” (1) als empirische Überprüfungsweise, sinnlose Aussagen zu verwerfen; und Carnap: „Philosophy is the logic of science.“(2) damit zugleich auf die Demythisierung der Philosophie als ‘Überlehre‘ und deren pseudowissenschaftliche ‘Endgültigkeit‘(3)

1) Rorty 1967;11.  2) Carnap 1934;35. 3) s.d: Neurath 1938a, b: „Systemphilosophie“). Unter der „anti-apriorischen“ Prämisse (Verwerfung „synthetischer a-priori-Aussagen“) sind wissenschaftlich-‘philosophisch‘ anzuerkennen oder zu verwerfen: Aussagen aus den drei Aussage-Klassen: <Ak1> Analytische A./ “Tautologien“ (A., die nicht [unmittelbar] aus Beobachtungen ableitbar sind: logische u. mathem. Sätze); <Ak2> Empirische A. (A.die sich auf beobachtete (beobachtbare) Ereignisse, Phänomene… beziehen); <Ak3> Sinnlose A. = „metaphysische Sätze“: A., die nicht aus Ak1 oder Ak2 kommen.

**10) eben nicht eine „Einheitswissenschaft“ (wie oft missverständlich ‘behauptet u. kritisiert‘), sondern (da es ‘nur‘ ein nicht-metaphysisches Wissen gibt; „Gesamtwissen“ in: 1936) die „Einheit der Wissenschaft als Aufgabe“ (1935; Hervorh: PB) über die enzyklopädische „Orchestrierung“. Basis d. wissenschaftl. Einheit(lichkeit) über den „Physikalismus“, den Raum-Zeit-“Empirismus“ zu erlangen.

**11) bemerkenswert, dass die Sprachreflexion außerhalb der ‘neuen‘ Sprachwissenschaft erfolgt; doch wegen der mathematisch-physikalischen Dominanz –dem „Physikalismus“– verständlich; wird ja gerade der »Logische Positivismus / Empirismus« die Voraussetzung der Wissenschaftlichkeit linguistisch-sprachtheoretischen Denkens: Als ‘Gegen’paradigma zur sprachvergleichenden Indogermanistik (s.d.u.a. Maas 1974); allerdings, K. Bühler u. auch Bloomfield die sich ja auf axiomatisch-empirische Wissenschaftlichkeit beziehen.

**12) ‘Verschieben‘ des phil. Denkens über das (vermeintliche, angenommene) So-Sein (anscheinende “Evidenz“) der vorgefundenen ‘Welt‘ –als Natur(gesetzliche) u. der Menschen (s.d: zur ‘Erfindung’ der ‘Welt: B. Plé, 1996)– zur (wissenschaftlichen) Sprachanalyse des ‘Redens‘ darüber und derartigem Rationalwerden („Weltzugewandtheit“ gegen „den wahre[n] wesenhafte[n] Schein“ bei H.Hahn 1930; 3ff) wird auf die Bedeutungsproduktion empirisch über „Sinnkriterien“ (“Explikation“ als „rationale Nachkonstruktion von Begriffen“ –Carnap 1928;33) hingearbeitet.

Logische Konsistenz und kohärente Argumentation sind – im Kontext der “physikalistischen“ Empirie und Verifikation – die beiden essenziellen Merkmale dieser Sprachdebatte(**13). Verbunden mit der „Terminologiefrage“(**14) wird derart sprachliche Wissenschaftlichkeit (gegen die ‘weltabgewandte‘ „Jenseitigkeit“ (Hahn,1930) des Scheins der „Erkenntnistheorie“ einer theo’logischen‘ Wissensordnung) fundiert – von Neurath mit „Durchlogisierung aller Gedankengänge“ genannt(**14c) und so beschrieben: „die Sprache der Wissenschaft zu analysieren, ebenso das System der Zeichen, und mit Hilfe von Logik und Mathematik ein System von Symbolen aufzubauen.“ (**15)

**13) Die, bewusst, nicht “sprachphilosophisch“ ‘markiert wird.

**14) die “Begriffsexplikation“(**14a) als „Konstitutionsproblem“ (**14b)

(**14a) Über die „Begriffsexplikation“ im Kontext der „Konstitutionstheorie“ soll derart die Exaktheit von Begriffen („systematisches Begriffsgebäude“; Carnap 1928) und Argumenten erreicht werden; eben eine wissenschaftliche Sprache („Konstitutionssystem der Sprache“ auf der “Neuen Logik“ basierend (ebd)). Neurath spricht dabei mehrfach vom „Begriffsschema“ und plädiert –auch ironisch– dazu, einen „Index verborum prohibitum / Liste verbotener Wörter“ zu erstellen (nach Sandner, 2014;45, von G. Itelson stammen dürfte).

**14b) s. v.a. Carnap 1958. Als Vorwegnahme kann Neuraths „Begriffsabgrenzung“ (1911;470) verstanden werden.

**14c) in: 1930/’31;380

**15) 1931; 414. Sprach’philosophisch’ wird derart eine doppelte Sprachkritik entwickelt: Eine Sprache der Kritik philosophischen Sprachgebrauchs –der Phrasen–, die eine Kritik der Sprache impliziert.

Derart ist das wohl wichtigste Ergebnis der „Wiener Philosophie“ die Erkenntnis, sich von der (post-) theo-‘logischen‘ Frage nach dem ‘Wesen‘ der Welt –den „metaphysischen“ Geheimnissen, dem (berühmten) ‘Sinn hinter den Dingen‘– zu verabschieden und stattdessen zu fragen, wie wir über „die Welt“ sprechen; also sprachanalytisch/ -semiotisch und logisch argumentierend. Denn: Erkenntnis, insbesonders die wissenschaftliche ist sprachlich vermittelt – bzw. auch anders semiotisch, über wissenschafts-symbolische ‘Übersetzungen‘ wie bei Isotype.

Neurath nimmt in dieser Diskussion –“Protokollsatz-Debatte“ genannt wie tradiert (**16) eine ambivalente, d.h. differenzierende bis skeptische Position ein: Als ‘zwiespältige‘ Sicht aus dem (empirischen) Wissen der sprachlichen ‘Wirklichkeit‘ historischer Prozessualität von Leben und Wissenschaft, wonach alle Zeichensysteme auf Konventionen beruhen, einer kontinuierlichen ‘Verhandlung‘ um die Zeichen-Bedeutungen(**17).

**16) z.B: 1932/33; s.d.auch: Epler 1979

**17) s.d.: Quine 1960/’80: „Unbestimmtheit der Übersetzung (aus empirischer Unbestimmtheit);

und kontemporär: Eco: „Übersetzung als Verhandlung“ / „quasi lo stesso“; in: 2003/ ‘06

Diese Ambivalenz ‘spiegelt‘ die multiplen Realitäten sprachlichen Handelns zur Verständigung und ‘pointiert‘  als ‘Polarität‘ benennbar: Einerseits, der notwendigen Genauigkeit in den Wissenschaften, die über Logizität und Eindeutigkeit der Terme tendenziell „geschlossenen Systemen“ entsprechend gelingen kann bzw soll . Und damit die „rationalistischen Phantastereien“(**18)  wie auch „pseudo-rationale“(**19), gar theologische ‘überwissenschaftliche‘ „Lehre“ der „Systemphilosophie“(**20)  auf dem bekannten ‘Misthaufen‘ der Philosophiegeschichte landen lassen zu können: Den „Schutt aus Metaphysik und Theologie“ weg zu räumen“(**21).

Auf der ‘anderen‘ Seite die –„offen(er)en“– Systeme der allgemein-alltäglichen Sprachgebräuche mit semantischen Mehrdeutigkeiten, logischer ‘Unkorrektheit‘ etc etc den (Neurath’schen) „Ballungen“ einer präwissenschaftlichen Sprache(**22).

Von Feyerabend wird diese ‘differente‘ Sprachlichkeit später wieder thematisiert, dabei die logistisch begründete „neue Sprache“ der Wissenschaft eben eine „Nicht-Sprache“ genannt und persifliert:

…sobald ich Worte (…) schreibe, etwa: ‘Ist die Inflation gelb?’ …wird fast jedermann entgegnen, das sei ja Unsinn. Es könnte sich aber dennoch einer finden, der, da offenkundig ein grammatisch richtig gebildeter Satz vorliegt, sich an die Beantwortung macht… Und sollte er tatsächlich eine Antwort zustande bringen, so werden wir sie apriori verwerfen können: Wir werden ihrem Urheber den Vorwurf machen, dass er seine eigene Sprache nicht versteht.“(**23)

**18) 1938b; 873.

**19) 1935;625f. Etwa der „nominalistischen Philosophie“

**20) 1938a;868; auch: Nemeth 1992 u. 2005

**21) 1929; 380

(**22) nach Carnap  das „Exaktheitsproblem“,

das nur über die „Klassifizierung semantischer Felder“zu klären ist (1947; 29); s.d. n.Absatz.

**23) 1951;414. vgl.d.: N.Chomskys (frühen) expliziten „Cartesianismus“ der Regel-‘determinierten‘ „Sprecher/Hörer-Sprachompetenz“ einer „Universal Grammar“

(Chomsky 1965 u. 2009). S.d. auch Mormann (1955).

Soweit diese systematische Unterschiedlichkeit als ‘Dilemma‘ verstanden wird, ist eine ‘Lösung‘ für die wissenschaftliche Sprache des „Exaktheitsproblems“(**24) nur über „Begriffsklärung“ (**25) in der ‘Konstruktion‘ eines Systems, einer Wissenschafts’theorie’ möglich damit, jedenfalls, eine Anerkennung (und Konsolidierung) der Diskrepanz, die aus den unterschiedlichen Zeichen-Gebräuchen folgt.

Da, gerade, setzt Neuraths Kritik an: an der ‘Idee‘ des geschlossenen, eben ‘definitiv‘ verstandenen (Formel-)Systems, diesem „kosmischen Gedicht“ all (!)- umfassenden Denkens, diesem „Cartesischen“ ‘Mythos‘ einer „vollständigen Theorie“ (**26) mit “Idealer Sprache“ (**27): „Das System ist die große wissenschaftliche Lüge.“ (**28)

Zur ‘Termonologiefrage‘ bemerkt Feyerabend dazu: „Begriffe sind nie völlig stabil, sie bleiben offen und werden bald durch eine neue, bald durch die andere Theorie beleuchtet…“ (**29) und so die ‘Vagheit‘ betont. Und ebenso weist U. Eco nach, dass die terminologischen „Verunreinigungen“ (!) selbst bei mühevoller Begriffsklärung nicht be-‘reinigt‘ werden(**30), sie eben immer (Zwischen-) Ergebnisse sind, die aus dem (speziellen(**31)) sozio-kulturellen Charakter wissenschaftlichen Arbeitens entstehen;(**32) als Äußerungsformen  (primär Theoriebildung) sprachlich-wissenschftlichen Handelns:

Die Sprachverwendung in der Wissenschaft ist speziell und auffallend:…[gesprochen wird] über Sachverhalte… die einen erweiterten Gesprächsumfang verlangen. … Umfang und Genauigkeit von wissenschaftlichen Voraussagen überschreiten alltägliche Lebensklugheit: die Sprachverwendung des Wissenschaftlers ist nämlich in eigenartiger Weise effektiv  und schlüssig.“ (**33)

Aus diesem (nicht nur so scheinenden) Widerspruch von wissenschaftlicher und allgemeiner bzw. alltäglicher Sprache entwickelt Neurath eine eigensinnige ‘Alternative‘ mit einer ‘multi-paradigmatischen‘ Perspektive – als ein ‘Wechsel-Spiel‘ der Sprachgebräuche – wofür er sein bekanntes, immer wieder variiertes und auch oft zitiertes- Bootsgleichnis (**34) verwendet und den Begriff Ballung (**35) ‘kreiert‘.

**24) Carnap 1959; 12f

**25) Carnap 1928/’61;x

**26) vgl.: Feichtinger 2010

**27)  als ‘perfekter‘ Theoriesprache: Carnap 1931/’32; dazu Neurath 1932/’33; auch Morris 1937)

**28) 1935;626; auch 1938b

**29) Feyerabend,1978; FN 155; vgl.d. auch Kuhns „Struktur wissenschaftl. Revolutionen; 1967

**30) Eco 1987; 87; vgl.d.: Neuraths „Ballungen“ **35).

**31) Feyerabend, 1978

**32) s.d u.a.in: 1938a

**33) Bloomfield 1938; Üs: PB

**34) „Es gibt keine tabula rasa. Wie Schiffer sind wir, die ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können. Nur die Metaphysik kann restlos verschwinden. Die unpräzisen “Ballungen“ sind immer irgendwie Bestandteil des Schiffes. Wird die Unpräzision an einer Stelle verringert, kann sie wohl an anderer Stelle verstärkt wieder auftreten.“ (1932/‘33;578 f).

**35) „Wir nennen diese Ausdrücke und Formeln der gewöhnlichen Sprache Ballungen, um sie von wissenschaftlichen Formeln zu unterscheiden. Vielleicht sollte man eine Reihe von Zwischenstufen annehmen, die von den ‘Ballungen‘ zu den ‘Formeln‘ geht. Was wir von einer ‘Ballung‘ verlangen, ist, dass wir sie in Verbindung mit einer Theorie auf die eine oder andere Art einer ‘Formel‘ entsprechen lassen können. Häufig haben die ‘Ballung‘ und die ‘Formel‘ denselben Namen. Die Formeln von gestern sind oft die Ballungen von heute. Hier verhält es sich ebenso wie beim ‘Wasserstoffsuperoxyd‘, das aus den Laboratorien der Chemie in die Frisiersalons übergewechselt ist.“ (1936; 728)

Neuraths Konsequenz aus dem ‘Dilemma‘:

Das ‘Provisorische‘ des Lebens wie dessen wissenschaftliche Besonderheit verlangt für den Anspruch nach deren „Vereinheitlichung“ – die selbst ja auch nur ‘vorläufig‘ sein kann („provisorische Ansammlung von Wissen“ (**36) – einen Perspektivwechsel: Erst über das „Modell der Enzyklopädie“ (**37) vermögen wir diesem Ziel näher zu kommen. Der ‘Kern‘, das Sprachliche, dafür kann da auf axiomatischer Grundlage behavioristische Forschung auch ein Weg dahin sein (**38) als Moment gegen die ‘Rigidität‘ der ‘maß‘-gebenden logischen Fundierung von Sprache eines „radikalen Physikalismus“, des „Absolutismus der Gewissheit“(**39), eines ein für allemal (ewig-göttlichen!?) ‘Geformten‘.

**36) in: 1936;726

**37) z.B: 1936, 1938a, 1938b

**38) s: 1929; auch Bloomfield 1938 u. Bühler 1933 u. 1934

**39) 1936;728

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Die „Transformations“-systematik von Isotype: – ‘Isotypisierung‘ als Übersetzung

Grundlage  für die ‘lesbare‘ Verständlichkeit isotypischer Her- und Darstellung sind die ikonografischen Prinzipien (a.1–a.5) des „Isotype-Systems“(***1) und die Prozessualität der „Transformation“ (Transformationsschritte b.1–b.4), die das „informative Ganze“ (***2) des Mediums bilden:

a.1) Ikonografik als Typisierung zur (Wieder-)Erkennung der Referenz: Darstellungsähnlichkeit der ‘Objekte‘ als Zeichen

a.2) Standardisierung der ikonischen Zeichen zur Vermeidung von Heterogenität

a.3) Abzählbarkeit: vereinfachte Mengendarstellung v. Anzahl statt Größenvergleich; die „serielle Wiederholung wie ein Tapetenmuster“(***3).

a.4) Ikonische Grammatik („Isotype-[Bild-]Grammatik“; – wie oben beschrieben)

a.5) 2-Dimensionalität der Zeichen u. Anordnungen –nach textueller „Lesegewohnheit“

b.1) ‘Grundtransformation‘: Quasi-‘Übersetzung‘ als »Verwissenschaftlichung«, die ‘unsichtbare‘ Realverhältnisse (soziale, wirtschaftliche, geschichtliche… „Sachverhalte“) über „empirisch-wissenschaftliche Vernunft“ (Abstraktion, Theoriebildung, Modellierung, eben der „Verwissenschaftlichung“) zu „empirischen Tatsachen“ rational sicht-, so erkenn- und kritisierbar machen.(***4)

b.2) Erste Teiltransformation: »Modellierung« (zu verstehen als ‘Modellierung des Sachverhalts’; (beschreibendes/ interpretierendes) Modell von): Ausgangsmaterial nach Analyse, Auswahl u. Aufbereitung von wissenschaftlichen Vorlagen finden: „Die Umwandlung des wissenschaftlichen Materials in Mengenbilder (ist) eine so verantwortungsvolle und wesentliche Aufgabe. Die Wissenschaftler bringen Daten und Zusammenstellungen…“(***5). Entspricht der „modernen [wiss.] Auffassung,…[man] aus Ausschnitten Schlüsse auf andere Ausschnitte ziehen kann, dass in vielen Fällen durch Anfangs- und Randbedingungen das gesamte Geschehen in einem endlichen (! pb) Raum–Zeit–Gebiet bestimmt werden kann.“ (***6). Relevant wird die ‘Auswahl‘ („Ausschnitt des Ganzen“; (***7) aus der aufklärend-lehrenden Absicht: „Während der wissenschaftlich gerichtete Mensch an Präzision gebunden ist und aus gegebenem Zahlenmaterial möglichst viel in gleicher Weise ableiten will, muss der Transformator von den Grundsätzen optischer Pädagogik geleitet sein.“ (***8); die Komplexität der ‘Wirklichkeit‘ und der wissenschaftlich geformten „Tatsachen“ (aus Theorie, Korpus, Instrumenten, Messungen…) ermöglicht ein ‘besseres‘, übersichtliches Verstehen.

b.3) Zweite (Teil-) Transformation: Mediale Metamorphose [»Designing«; pb] als Entwurf neuer oder Variation bzw. Kombination vorhandener Ikons (***9)

b.4) Dritte (Teil-) Transformation: Montage [»Arrangierung«; pb] der einzelnen „Infografiken“ und Synchronisierung mehrerer für Ausstellungen nach wissenschaftlichen Kriterien und pädagogischem Ziel zu „argumentierenden“ „Lehrbildern“:

„Mit Hilfe sorgfältiger Montage unmittelbar verständlicher Symbole und einigen Überschriften kann man Tafeln machen, die es dem Betrachter ermöglichen, faktische Informationen in einem beliebigen Wissensgebiet aufzunehmen, auf dem man das Argumentieren anregen will, sei es in Physik, Technik, Biologie, in den Sozialwissenschaften, Geschichte… Wichtig ist, dass der ‘Leser‘ anfangen kann, Fragen aufzuwerfen und zu argumentieren wo er will.“ (***10)

G.Arntz dazu:

„dieses konsequente system des aufzeigens von zahlen oder mengenbewegungen  durch vereinfachte, zur reihungsfähigkeit durchgeformten zeichen für jedes gebiet, die durchgehenden farben, ist die wichtigste grundlage für alle arbeiten des museums und der beginn einer darstellungsart, die nicht nur statistik und geografie beleben wird, sondern für alle wissenschaften eine grundlage zur verständlichmachung ihrer zusammenhänge im abbild geben kann.“ (***11)

***1) 1936b u. 1937b

***2) 1937

***3) in: 1937;414. Was, übrigens, dem kommunikativ-argumentativen Ziel ja widerspricht; und so auch eine unglücklich gewählte Sprachfigur, allerdings durchaus den Realisierungen adäquat.

***4) In Anlehnung an ähnliche Prozesse –etwa der Psychoanalyse– können wir dabei von einer spezifischen “Übersetzung“ reden; dem ‘Hervorbringen‘ des ‘Inneren‘, das Bedingung für nach-denkendes und vermittelnden Redens ist.

***5)1933; 284

***6) ‘30/’31;373f

***7) 1930/’31; 373

***8) 1933; 284

***9) den „visuellen Bausteinen “  bzw. “Signaturen“; s. vorne

***10) 1944; 601f

***11) Arntz: 1977

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D) Resumee:

Die Analyse der Transformation als schrittweiser Prozess einerseits und zum anderen die ‘Sprachdebatte‘ im Wiener Kreis aus semiotischer Sicht liefert zwei Ergebnisse, wonach wir begründet ISOTYPE als eine Übersetzung charakterisieren können: Eine Übersetzung sozialwissenschaftlicher Aussagen in eine der natur- bzw. formalwissenschaftlich ähnliche Zeichen‘sprache‘ – wie in der „international verständlichen“ Symbol-Schrift der Chemie’sprache‘(::1), der exakten Wissenschaft Logik oder auch Mathematik vorgeführt.

Die Notwendigkeit dieser spezifischen Übersetzung ergibt sich aus den so unterschiedlichen „Alltagssprachen“ und deren ambivalenten ‘Undeutlichkeiten‘, den “Ballungen“, die einem (ver-)wissenschaftlich(t)en Welt-Verstehen entgegen stehen. Eine allgemeine Verständlichkeit –und Verständigung darüber– als Isotype-‘Sprache‘ gelingt über ein formales Symbolsystem („Isotype-Symbole“ / „Isotypen“(::2)), womit derart eine verschriftlichte sozialwissenschaftlichte Fach’sprache‘ (über entsprechend ‘passende‘ Semantisierung ≈ Modellierung) begründet wird: „eine Art internationale Sachschrift“(::3):

„Es werden Bausteine für eine internationale Symbolik gesammelt, die vielleicht einmal in vielfacher Richtung unabhängig von der Verschiedenheit der Landessprachen statistische Erkenntnisse verbreiten wird. …Es muss vorläufig ein bloßer Wunsch bleiben, internationale statistische Lettern  zu schaffen, mit denen man Bildertabellen setzen könnte. Dazu bedarf es neben der Entwicklung der Darstellungsmethode vor allem auch einer entsprechenden Vorbildung breiter Massen (::4) …Hat man die Tafel ohne Text verstanden, dann ist eine Erläuterung durch Beitext noch immer erforderlich, die durch eine Führung ergänzt werden kann. Es ist aber etwas anderes, ob der Text den Sinn der Tafel erläutern muss oder ob er die bereits dem Sinn nach einigermaßen begriffene Tafel nun analysiert und wissenschaftlich dem Beschauer deutet! (::5)

Ironisch gesagt: Otto Neurath und das »Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum/ GeWiMu« werden zum ‘Dolmetsch-Büro‘: Aus (sozial-) wissenschaftlichen ‘Texten‘ werden ‘beschau’-liche Isotype-Tafeln: Die über die Transformationsschritte „anschaulich“ ‘hergestellten‘ | ‘herstellbaren‘ Aussagen (die „visuellen Argumente“ der „Bildpädagogik“(::6)) wie sie auf den Bildtafeln auf‘geschrieben‘ werden, re-präsentieren bild-zeichen-haft „Tatsachen“: statistische Verhältnisse, politisch-soziale Entwicklungen, historische wie gesellschaftliche Veränderungen.

Und so gestalten die derart explizierten (sozialen etc) Daten (als ‘Fakten’) ‘Geschichten-Räume‘:

…ein besonderes visuelles Lexikon… und eine besondere visuelle Grammatik,… um in Bildern eine Geschichte zu erzählen,… um Ideen zu vermitteln und zusammenhängende Geschichten zu erzählen.“ (::7)

Was mit diesen (diskursiven) Narrativen gelingt, ist eine Zusammenführung: Der ‘Makel‘ der erzählenden Sprache gegenüber sprachlicher Wissenschaftlichkeit (:: 8) und das Epische (::9) treten synchron auf (::10). So  soll und will eben diese ‘Räumlichkeit‘ – aus Sprache, wissenschaftlichem Thema und Erfahrung/ Vor-Wissen – wie Neurath intendiert, nach-denkendes Be-Reden animieren: „Wichtig ist, dass der ‘Leser‘ anfangen kann, Fragen aufzuwerfen und zu argumentieren wo er will.“(::11). Mit der Isotypedarstellung, aber, wird das Moment der Kritik, als reflektierendes sprachlich-denkendes Handeln durch ‘richtiges‘ (wenn auch nur temporär richtiges) Wissen ersetzt. Indem, nämlich, die transformatorischen Voraussetzungen und Funktionen nicht ebenso in der Darstellung mitthematisiert werden – und so nachvollziehbar für die Betrachter – wird eine Art „Jargon der Eigentlichkeit“ produziert(::12), eine Fiktion, die das ‘Gegebene‘ bloß re-produziert und so andere Möglichkeiten der Erkenntnis der „Sachverhalte“ einschränkt bis gar verunmöglicht: Indem die isotypischen “Signaturen“ in ihrer Fakten-re-präsentation als wissenschaftliche Verallgemeinerung ‘verharren‘, entsteht  ‘reduzierte‘ Rationalität (::13) Es ist die ‘Bildlichkeit‘ die die vermeintlichen Begriffe nach der „Anschauung“(::14) eher verstärkt, die begriffliche ‘Mühe’(::15) als Voraussetzung für Kritikfähigkeit be- bis verhindert; und da auch der ‘fehlende‘ Transformationsprozess in der medialen Darstellung als wissenschaftliches Tun unerkannt bleibt, hinter dem Ergebnis ‘verschwindet‘, wird eher der ‘Mythos‘ von wissenschaftlicher Erkenntnis perpetuiert, gar erst hergestellt. Dazu vermerkt Paul Lazarsfeld über “Kritische Kommunikationsforschung“

Wie sind diese Medien organisiert und wie werden sie kontrolliert? Wie stark sind innerhalb ihres institutionellen Gefüges die Tendenzen zur Konzentration, Standardisierung und Druck durch Werbung ausgeprägt? In welcher Form und wie versteckt auch immer, bedrohen sie menschliche Werte?“(::16)

In der ‘Trialektik‘ von ikonischem Symbolsystem–Sprachver‘schrift‘lichung–‘Übersetzung’ wird auch für Neurath klar, dass die Hieroglyphen ähnlichen Symbolisierung nicht ‘der Weisheit letzter Schluss‘ ist, darauf deutet der postum veröffentlichte Text:

Aber wir sollten nicht vergessen, dass Veranschaulichung Grenzen hat, und wir sollten uns davor hüten, die Wichtigkeit der Bildpädagogik zu überschätzen.  Der bildhafte Bereich ist so zu begrenzen, dass, wenn man ernsthaft etwas im einzelnen erklären will, man gewöhnlich auf den wortsprachlichen Bereich zurückgreift. Das Anliegen, das man bei Isotype finden kann, ist nicht in den wortsprachlichen Bereich durch den Aufbau einer Art internationalen Schrift einzudringen, für die sehr viele Symbole benötigt würden, die nicht unmittelbar verständlich sind; das Anliegen ist im Gegenteil, so lange wie möglich unmittelbar verständlich zu bleiben, erzählende Bilder, die aus unmittelbar verständlichen Symbolen zusammengesetzt sind, mit der Hilfe von Worten und als Hilfe für Worte zu schaffen.… Man kann dieselben visuellen Argumente benutzen, die mit verschiedenen Worten zur Erklärung in verschiedenen Sprachen verbunden sind; man kann sogar die Bemerkungen zu demselben visuellen Material variieren. Bildpädagogik steht in Verbindung mit der Ausdehnung der intellektuellen Demokratie innerhalb einzelner Gemeinschaften und innerhalb der Menschheit, sie ist ein Element der angewandten Sozialwissenschaft.“ (1945; 665)

::1) wiss.sprachlicher Name „Benzol / -ring“; wiss. Formel’sprache‘: C6H6 – „Summenformel“ genannt; wiss. Symbolik:  C-Hexagon mit je 1 H-Bindung;außerdem, aktuell: ‘Lexikon‘ der ‘Gesamt‘-Sprache: CAS-Register (Chemical Adress System) mit 70 Mio. „Adressen“ chemischer Verbindungen

::2) 1942 bzw. 1946

::3)  1933

::4) eben deshalb –später– »Isotype« / Intern. System of Typographic Education  als „Bildpädagogik“ bzw. „bildhafte Pädagogik (u.a. in: 1937b, 1944, 1945/‘73).

::5) 1926c;50f

::6) 1945/’73;658ff

::7) 1939b; 564f; „erzählendes Bildmaterial“ in: 1945/‘73

:: 8) begriffliche Präzision, stringente Argumentation, verallgemeinerte Aussagen; s.d. vorne Abschn. (B)

::9) sprachliche Variationen, tropische Figuren, Betonung des Einzelfalls

::10) Und verstärkt durch das politische(!) Grafisch-Bildliche.

::11) 1944; 602

::12) Adornos Ideologiekritik als Sprachkritik an Heidegger vorgeführt – bei Isotype quasi ‘verdoppelt‘: Die ‘Entideologisierung‘ der (politischen,…) Rhetorik durch ‘Tatsachen‘ als ‘Re-Präsentation‘ der ‘Wirklichkeit‘ u zugleich ‘Konstruktion‘ d. Ideologie „Wissenschaft“; – die ‘geradegebogene Wahrheit‘?

::13) vgl.dazu die all’gegenwärtigen‘ „Informationsgrafiken

::14) die „geläufigen Vorstellungen“ nach Hegel

::15) wie in der „Sprachdebatte“ vorgeführt

::16) Lazarsfeld 1941/ 1973;18)

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Zur Kurzfassung: ( Isotype-Sprache )